Psychotherapie & Psychoanalyse

Jede Psychoanalyse ist Psychotherapie.

Nicht jede Psychotherapie ist Psychoanalyse.

Klingt kompliziert? Ist es aber nicht!

Psychotherapie hat allgemein zum Ziel, psychische Belastungen zu lindern oder auch Störungen zu heilen. (Anm.: „Heilung“ ist durchaus ein philosophischer Begriff, der unterschiedlich ausgelegt werden kann.) Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie man dieses Ziel erreichen kann. Diese Möglichkeiten nennen sich „Fachspezifikum“. Psychoanalyse ist eins von 23 in Österreich anerkannten Fachspezifika. Jedes Fachspezifikum hat eigene Vorstellungen davon, „was den Mensch im innersten zusammenhält“ und welche Methoden sich dafür eignen, um Zugang zu diesem Inneren zu erhalten.

Wozu nach innen gehen?

Probleme im außen sind nicht lösbar, sondern begrenzt veränderbar. Häufig entstehen Belastungen dadurch, dass es nicht möglich ist mit dieser Begrenztheit umzugehen, weil der Zugang zum inneren „Lösungsweg“ verschüttet ist und deshalb einen zufriedenstellenden Umgang mit den Problemen erschwert oder gar unmöglich scheint. Was genau es so schwer macht ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst: einschneidende Erlebnisse (u.a. sog. life events wie bspw. Tod einer Person im Umfeld, Geburt etc.), schwierige Kindheit, Krankheit, gesellschaftliche Entwicklungen usw.

Wir können andere nicht ändern, aber wir können unseren Bezug zu anderen verändern, Einfluss auf unser emotionales Erleben nehmen und dadurch mehr Handlungsspielraum für Veränderungsmöglichkeiten erhalten.

Psychoanalyse

In der Psychoanalyse interessieren wir uns für den Menschen mit allem, was er:sie:they mitbringt. Familiäre Biografie, schulischer Werdegang, Partnerschaft, körperliche Konstitution, Lebensstil, Beruf/Tagesstruktur, Sozialkontakte uvm. Dabei gehen wir davon aus, dass, neben unserer biologischen Mitgift, unsere frühen Beziehungserfahrungen großen Einfluss auf unsere Entwicklung und unser Leben bzw. dessen Gestaltung nehmen. Deshalb liegt im Klischee, dass die Psychoanalyse sich immer mit den Eltern beschäftigt, durchaus ein wahrer Kern. Jedoch sind es nicht nur die Eltern, sondern alle Betreuungspersonen und Menschen im Umfeld, die prägend sein können und Beziehungsmuster etablieren oder auch verfestigen.

Nur 2 Dinge im Leben sind gewiss: der Tod und der Wiederholungszwang.

Diese Beziehungsmuster treten immer wieder zum Vorschein, manchmal auch nachteilig. In der Psychoanalyse interessieren wir uns deshalb dafür, wie diese Beziehungsmuster aussehen, welche Entstehungsgeschichte dahintersteckt und wo es Möglichkeiten gibt, diese zu unterbinden oder auch aufzugeben. Das passiert durch die sog. freie Assoziation. Frei von der Leber weg darf und soll alles gesagt werden, was Ihnen in den Sinn kommt, auch wenn es noch so unangenehm erscheint. Damit können wir den Mustern auf die Schliche kommen.